Schöne Aussichten auf neuer Plattform

Halbkreisförmige Sitzgruppe auf einer Anhöhe fertiggestellt

Der Park Villa Pauli mit seinen 18 ha Fläche ist wie ein Puzzle-Spiel. Tausend Teile, die ineinander passen. Aber anders als im Spiel wird man nie fertig. Wer das nicht glaubt, wird schnell eines Besseren belehrt. Doch unsere Bürgerinitiative (BI) freut sich bei ihrem nachhaltigen Wirken über jeden neuen Puzzle-Stein, der frisch eingefügt wird.

So ist es auch mit der halbkreisförmigen Sitzgruppe nördlich des Neuen Schwesternfriedhofes in der Mitte des Parks. Sie erlaubt Besuchern nun wieder bequem sitzend mannigfaltige Gedanken mit attraktiven Perspektiven in einen Taleinschnitt. Haben schon die Park-Gründer Carl und Fritz Pauli einst dort gesessen? Oder doch allein die Schwestern, die dann die Regie im Park vor über einhundert Jahren übernahmen und einen Platz zur Erholung von ihrer mühevollen Pflegearbeit in den Lazaretten und Krankenhäusern nach dem 1. Weltkrieg suchten?  Stand die Sitzgruppe auf einer Aussichtsplattform am früheren historischen Weg des englischen Landschaftsgartens, der gegenüber dem Besitztumsplan von 1921 unverändert bis in die Gegenwart erhalten blieb? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigt sich unser BI-Berater und Hobby-Historiker Prof. Dr. Paul Stelkens bei seinen intensiven Recherchen – für ihn wie für die Bürgerinitiative und hoffentlich auch für manche Königsdorfer eine von vielen geschichtlichen Herzensangelegenheiten.

Ein Knochenjob

Mehr handfest als akademisch hat unser auch handwerklich bewandertes BI-Quartett Frerich Hasbargen, Wilfried Kaulen, Edmund Labich und Josef Pesch den gemeinsamen Knochenjob  geleistet. Waren doch zuletzt nur noch ein paar unansehnliche Ziegelsteinreste, die auf das Baumaterial der Parkgründer hinweisen, mit ein paar „ollen“ Latten auf der Plattform verstreut – siehe Foto zum bisherigen Zustand. Die vier Anpacker mussten zunächst einmal die Plattform ebnen, 96 kg (!) schwere U-förmige Steine aufstellen, Holzbretter aus sibirischer Lärche (wie auf den Kniebänkchen am Kreuzweg) zuschneiden und einpassen, bevor ein schnelltrocknender Schutzanstrich das Holz vor Witterungseinflüssen bewahren kann. Sibirische Lärche bildet mit den Jahren eine silbrig graue Patina, ein natürlicher Vorgang, sollte aber so behandelt viele Jahre halten – zum Wohlgefallen nicht nur künftiger Parkbesucher. Berater und Historiker Stelkens ist jedenfalls wie auch der BI ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Er hat neben seiner Quellenforschung – so viel Eigenwerbung darf sein – auch mit einigen Euro-Hundertern die Sitzgruppe gestiftet.

Die BI, ihre Kopfarbeiter und Handwerker können sich nun den nächsten Puzzle-Steinen zuwenden. So sollen in absehbarer Zeit Informationsstelen Besuchern die historisch markanten Stellen des Parks und seiner Denkmäler nahe bringen. Wie sagte doch kürzlich unser Sprecher Kristof Klitza zum Park: „Das Ganze ist viel mehr als nur die Summe der Einzelteile.“ Wie zutreffend, im Park übrigens genauso wie im Spiel.