Es tut sich was am Kreuzweg!

Neue Kniebänkchen und Informations-Stelen lassen traditionellen Brauch aufleben

Bei vielen Königsdorfer(inne)n ist der Kreuzweg mit seinen 15 Stationen ein wenig in den Hintergrund geraten – jetzt aber lebt er mit aktuellen Renovierungsarbeiten und geplanten Stelen dank unserer Bürgerinitiative Park Villa Pauli  (BI) wieder auf.  Aus mehreren Gründen.

Unserem  kürzlich verstorbenen BI-Mitglied Antonius Voss lag das Projekt Kreuzweg besonders am Herzen. Mit seiner Spende haben Frerich Hasbargen, Wilfried Kaulen und  Edmund Labich für die Bürgerinitiative gerade die Betonabdeckung der Kniebänkchen erneuert und setzen darauf aus Sibirischer Lärche gefertigte, wetterbeständige Holzbrettchen, die seit Jahrzehnten nicht mehr existieren.  Mehrere  Stelen sollen darüber hinaus demnächst Besuchern den Kreuzweg auch informativ näher bringen.

Orte der Andacht

Grundsätzlich geht der Brauch des Kreuzwegs auf das 14. Jahrhundert zurück, den Gläubigen das Leben und Sterben von Jesus Christus möglichst plastisch vor Augen zu führen, wie der ebenfalls kürzlich verstorbene Maler Walter Maus in seinem Büchlein „Der Kreuzweg im Park des St. Elisabeth-Heims in Königsdorf“ anschaulich mit Fotos der 15 Stationen im Originalzustand erklärt. In neuerer Zeit, so der Verfasser, „wird auch verstärkt die Gestalt Jesu mit den unter ungerechten sozialen oder politischen Verhältnissen Leidenden unserer Zeit identifiziert“. Anlässe für derlei andächtige Gedanken gibt es bekanntlich global und selbst national derzeit mehr als genug. So wird das Thema Kreuzweg auch inhaltlich neu aufgeladen (Publikation von Walter O.P. Maus zum Selbstkostenpreis erhältlich für  10 € an der Rezeption des Seniorenzentrums St. Elisabeth, geht als Spende an die BI).

Zurück zur Historie: Wann der Königsdorfer Kreuzweg entstand, ob ihn die gläubigen Carl und Fritz Pauli nach der Park-Gründung Ende des 19. Jahrhunderts angelegt haben, ist nicht genau belegt. Es gibt nach Aussage unseres historisch bewanderten BI-Mitglieds Paul Stelkens Anhaltspunkte, dass die Schervier-Schwestern den Kreuzweg schon beim Erwerb des Parks vor etwa hundert Jahren vorfanden (Paul Stelkens, Die Geschichte der Königsdorfer Villa Pauli und ihrer Erbauer, Selbstkostenpreis 9 €,  4,50 € davon als Spende für die BI, erhältlich an der Rezeption St. Elisabeth). Was sicher ist: Heftige Orkane, leider auch Vandalen hatten zahlreiche Stationen zerstört. Königsdorfer Bürger und die Hobbykünstlerin Franziska van de Pasch haben die Stationen restauriert.

Dem Engagement aller Beteiligten, den Gläubigen beziehungsweise den andächtigen Park-Besuchern fühlt sich unsere konfessionell ungebundene, überparteiliche und ehrenamtlich arbeitende Bürgerinitiative nachhaltig verpflichtet.

Wolfgang Stiller